Turffreunde Baden feiern zehnjähriges Jubiläum

Iffezheim, 11.11.2023 – Der Jüngste ist noch keine 18, der Älteste wird in einigen Monaten 80 Jahre alt – die Bandbreite der Mitglieder der Turffreunde Baden ist groß. Am Samstag hat der Verein sein zehnjähriges Bestehen gefeiert – im Restaurant Surumu der Baden-Badener Auktionsgesellschaft in Iffezheim, passend benannt nach dem Derbysieger und einem der einflussreichsten Deckhengste der deutschen Vollblutzucht. Denn Ziel des Vereins und seiner Mitglieder ist es seit 2013, „sich gemeinsam den Traum vom eigenen Galopprennpferd zu verwirklichen“, wie der Vorsitzende Tim Assenheimer sagte. Der als Gastredner geladene Geschäftsführer des Dachverbands Deutscher Galopp, Daniel Krüger, hob die die aktuelle Bedeutung solcher Besitzergemeinschaften hervor. „Dabei ist das Konzept noch gar nicht so alt, die erste wurde 1968 in England ins Leben gerufen.“ Die Idee aus dem Mutterland des Rennsports wurde 1970 vom Galoppclub Deutschland aufgegriffen, auf mehr als 40 Jahre kann der Galoppclub Iffezheim zurückblicken. „Besitzergemeinschaften sind heute ein wichtiger Bestandteil für das Überleben des mehr als 200 Jahre alten Galoppsports in Deutschland“, sagte Krüger. Der Geschäftsführer fühlt sich den Turffreunden, die einige in der Branche bestens bekannte Persönlichkeiten in den eigenen Reihen wissen, nicht nur als Badener freundschaftlich verbunden. Er spielte auch eine wichtige Rolle beim ersten Kauf eines eigenen Rennpferdes, dem von der Stiftung Gestüt Fährhof gezüchteten Bolanos. Der Wallach gewann Ende September 2013 auf der Rennbahn in Frankfurt-Niederrad, die längst der DFB-Fußball-Akademie weichen musste, das erste Rennen für die Turffreunde. Das erste Rennen in den badischen gelb-roten Vereinsfarben bestritt allerdings wenige Monate zuvor die Stute Winkali, die man gepachtet hatte. „70 Rennen haben wir bislang bestritten, sechs Mal konnten wir Siege feiern“, zählte Assenheimer auf. Der Trainer aller Turffreunde-Schützlinge war und ist der aus Wien stammende Gerald Geisler, der 2010 via München nach Iffezheim kam. Nach Bolanos in Frankfurt holte die Stute Vinea Valentine zwei Siege in Mannheim, der startschwierige Wallach Mojo Boy gewann sogar drei Prüfungen für die Turffreunde, allesamt in Frankreich, und sorgte so für die finanzielle Konsolidierung der Vereinskasse. Das aus sportlicher Sicht bislang wohl beste Pferd im Vereinsbesitz war der aber Hengst Night Counter. Als Jährling auf der BBAG Herbstauktion in Iffezheim gekauft, zeigte er als Zweijähriger viel Potential, obgleich er keines seiner vier Rennen gewann. Doch ein tragischer Trainingsunfall in der Führmaschine beendete die Zukunftsträume jäh. Seit dem Spätsommer kann jedoch wieder geträumt werden, denn die Turffreunde ersteigerten für 20.000 Euro die Stute Tia Sophia aus dem Gestüt Görlsdorf. „Sie hat uns im Vorfeld unheimlich gut gefallen, wir dachten aber nicht, dass sie in unser Budget passt. Doch dann habe ich einmal die Hand gehoben und sie wurde uns zugeschlagen“, berichtete Geisler, der selbst Mitglied der Turffreunde ist. Die Grundlagen für den Verein wurden vor zehn Jahren auf einem Bierdeckel in einer Kneipe niedergeschrieben, die für das Konzept nötigen Mitglieder schnell gefunden. Die Richtzahl von rund 20 bis 25 Galoppfans in den zehn Jahren stets gehalten, auch in Pandemie-Zeiten. „Darauf sind wir sehr stolz und wir sind zuversichtlich, dass wir auch in weiteren zehn Jahren viele Gründe zum Feiern haben“, sagte der Vorsitzende Assenheimer. Der Verein hat für Interessenten immer ein offenes Ohr. Die Mitgliedschaft kostet 90 Euro monatlich plus einer einmaligen Aufnahmegebühr von 500 Euro.

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